Die Mobilfunkbetreiber planen mit Hochdruck in Stuttgart die Infrastruktur für die Smart City. Die Anfangsplanung stellten sie im Frühjahr den Gemeinderatsfraktionen vor. Wir von der Bürgerinitiative Mobilfunk und diagnose:funk waren bei der Vorstellung dabei und forderten daraufhin die Stadt auf, die Netzplanung selbst in die Hand zu nehmen. Die Reaktion: Netzplanung sei nicht die Sache der Stadt. Man will also wieder den Investoren freie Hand geben. 

Lesen Sie die Analyse zu SmartCity von Peter Hensinger in dem öffentlichen Vortrag bei SÖS vom 14.05.2018:

„Smart City, Smart Home, Smart School. Auf dem Weg zur Totalüberwachung in Stuttgart. Und warum es keiner merken will.“ – Download: Hensinger_SmartCity_SÖS_180514_WEB

BigBrother Award 2018 für Smart City

Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung wird festgelegt, dass alle Städte zu Smart Citys werden sollen (1). Städte werden von Orten der kommunalen Demokratie zu Orten der Überwachung umgebaut, unter Umgehung der Stadt­par­la­mente, die diesen angeblichen Fortschritt meist nicht durch­schauen. Die Überwachungsstruktur  wird mit der 5 G – und WLAN – Technologie derzeit aufgebaut. Diese  Smart City Pläne bekamen in diesem Jahr den Big Brother Award, in der Laudatio heißt es:

Das „Smart City“-Konzept propagiert die „Safe City“: die mit Sensoren gepflasterte, total überwachte, ferngesteuerte und kommerzialisierte Stadt. „Smart Cities“ reduzieren Bürger auf ihre Eigenschaft als Konsumenten, machen Konsumenten zu datenliefern­den Objekten und unsere Demokratie zu einer privatisierten Dienstleistung.  Eine „Smart City“ ist die perfekte Verbindung des totalitären Überwachungsstaates aus George Orwells „1984“ und den normier­ten, nur scheinbar freien Konsumenten in Aldous Huxleys „Schöne Neue Welt“. Der Begriff „Smart City“ ist eine schillernd-bunte Wundertüte – er verspricht allen das, was sie hören wollen: Innovation und modernes Stadtmarketing, effiziente Verwaltung und Bürgerbeteiligung, Nachhaltigkeit und Klima­schutz, Sicherheit und Bequemlichkeit, für Autos grüne Welle und immer einen freier Parkplatz.“ (2)

Smart City hat zwei Hauptas­pek­te: die Industrie will die Daten für die Produkt-, Produktions­planung und Konsumsteue­rung, aber ebenso wollen sie auch alle staatlichen Organe für die politische Steuerung der Gesellschaft. Dafür wird der Datenschutz aufgehoben, im neuen Koalitionsvertrag mit einer hypnotischen Formulierung: „Wir streben an, die Freizügigkeit der Daten als fünfte Dimension der Freizügigkeit zu verankern“ (Koalitions­vertrag Zeile 2182, 07.02.2018).

Smart City bedeutet:

Totalitäre Überwachungsstrukturen: Die Infrastruktur für die Datenerfassung zur lückenlosen Steuerung und Überwachung der BürgerInnen wird gegenwärtig Zug um Zug aufgebaut, mit Smart City, Smart Mobility und Smart Home, Smart School und Digitaler Bildung, mit der 5-G-Mobilfunktechno­logie und freiem WLAN, mit Smartphones, Tablets und Wearables.

Umweltzerstörung: Die Smart Citys werden entgegen der Propaganda den Energie- und Ressourcenverbrauch dramatisch in die Höhe treiben.

Verseuchung mit Elektrosmog: Diese Totalvernetzung erfordert lückenlose Mobilfunknetze. Die Verseuchung der Umwelt mit elektro­mag­netischen Feldern (EMF), die von der WHO als möglicherweise Krebs erregend eingestuft sind, ist eine Folge. Man bedenke, dass EMF und Autoabgase von der WHO in derselben Schädigungs­klasse 2B eingestuft sind.  

Helfen Sie mit bei der Aufklärung, welche Folgen die Smart Citys haben werden.

Lesen Sie zu dem SmartCity Plänen die beeindruckende Laudatio von Rena Tangens beim BigBrother Award 2017:

https://bigbrotherawards.de/2018/pr-marketing-smart-city

Video der Laudatio: vimeo.com/265814323/#t=1h1m03s

 (1) Koalitionsvertrag: „Gemeinsam mit den Ländern wollen wir die Vorteile von Smart City und Smart RuralArea für die Menschen nutzbar machen. Dazu wollen wir ein Bundesprogramm  „Smarte Modellregionen“ auflegen, das insbesondere ländliche Regionen und mittle re Städte in den Fokus rückt und die Vernetzung von Stadt und Umland verfolgt sowie den demografischen Wandel im ländlichen Raum gestalten hilft. Wir wollen mit Smart Grids und der Smart Meter-Technologie eine nachhaltige Energieerzeugung und -versorgung sicher und bedarfsgerecht gestalten. Wir wollen Städte und Regionen dabei unterstützen, im Rahmen der Smart Cities Initiative der EU europäische Projekte im Bereich Smart City zu initiieren und sich an internationalen Wettbewer-ben zu beteiligen.“ (S.47)

 (2) https://bigbrotherawards.de/2018/pr-marketing-smart-city ,Laudatio von Rena Tangens