Kostenfreies WLAN überall, auf dem Stuttgarter Schlossplatz, in den Bibliotheken, im ÖPNV – das brauche die Stadt, um nicht vom Fortschritt abgehängt zu werden. Wirklich? Es gibt keine Funklöcher in den Innenstädten, warum dann noch WLAN, eine zusätzliche Strahlungsbelastung? Das hat drei Gründe:

Ausführliche Informationen zu WLAN:
http://www.diagnose-funk.org/themen/wlan/index.php

• Die Datenkapazitäten der Mobilfunkmasten (GSM, UMTS, LTE) reichen nicht mehr, um den ständig steigenden Datenflow zu bewältigen. Mit dem lizenzfreien,und damit für die Mobilfunkbetreiber kostenlosen(!!) WLAN soll dies ausgeglichen werden.
• WLAN schafft den gläsernen Konsumenten: Die Nutzer, v.a. Kinder und Jugendliche, werden durch das „kostenlos“ regelrecht angefixt, immer und überall online zu sein. Die Händler in den neuen Konsumtempeln wie dem Milaneo hoffen, mit ihren Apps die Konsumenten ins Kaufparadies zu locken. Durch WLAN erhalten sie „kostenfrei“ lückenlose Bewegungs-, Verhaltens- und Persönlichkeitsprofile, das ist NSA im Kleinen. WLAN soll so zur Steigerung des Konsums beitragen.
• Ein weiterer Vorteil für die Kommunikationsindustrie: Strahlen – Schutzbestimmungen für WLAN gibt es nicht. WLAN wird die Dauerbelastung enorm erhöhen. WLAN ist eine Mikrowellenfrequenz von 2,45 GHz. Auf hoher wissenschaftlicher Ebene, im Springer Reference-Book „Systems Biology of Free Radicals and Antioxidants“ wird in dem Artikel („Effects of Cellular Phone- and Wi-Fi-Induced Electromagnetic Radiation on Oxidative Stress and Molecular Pathways in Brain“) auf grund der Gesamt-Studienlage darauf hingewiesen, dass gerade auch schwa¬che WLAN – Strahlung gesundheitsschädlich ist. Eine Studienrecherche der Verbraucher¬schutz¬orga¬ni¬sation Diagnose – Funk kommt auf 52 Studien zu WLAN, die sein Risikopotential nachweisen, unterhalb der Grenzwerte, alle dokumentiert in der Datenbank der Bundesregierung ( http://www.diagnose-funk.org/themen/wlan/index.php).
Die Forschungen zeigen: Die nichtionisierende Strahlung des Mobilfunks führt zuoxidativem Zellstress, u.a. ist sie über die Generierung von Freien Radikalen an der Auslösung vieler Krankheiten wie Kopfschmerzen, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Erschöpfung und Spermienschädigungen beteiligt.

Die Europäische Umweltagentur verglich die WLAN-Strahlung auf Grund der Forschungslage 2007 mit Asbest, 2013 stufte sie diese Strahlungsart als Risikotechnologie ein. Die WHO hat die Mobilfunkstrahlung als möglicherweise krebserregend eingestuft. Der Schweizer Rückversicherer Swiss stufte sie in die höchste Risikostufe ein. Im Februar 2013 forderten bei der Anhörung im Bundestag die drei Sachverständigen der Oppositions¬parteien vor allem für die WLAN – basierten Endgeräte Schutzbestimmungen. Auch der BUND Kreisverband Stuttgart und das KUS (Klima und Umweltbüdnis Stuttgart) lehnen in einer ausführlichen Stellungnahmen die WLAN – Einführung ab:

http://www.bund-stuttgart.de/newsletter/131215_nl/wlan/
http://kus-stuttgart.de/

Gibt es Alternativen?
Dort, wo sich WLAN nicht vermeiden lässt, fordern wir die Einführung eines leistungsgeregelten WLANs (ECO WLAN). Vom Staat und der Stadt Stuttgart fordern wir in ihren Einrichtungen den Verzicht auf WLAN, 95% aller Anwendungen können verkabelt werden. Und weiter: die VLC (Visible Light Communication, Li-Fi) – Technik muss gefördert werden, durch die Unterstützung der Forschung und durch Projekte, damit WLAN schnell durch eine unschädliche Technologie abgelöst werden kann. Unsere Bürgerinitiative, der BUND KV Stuttgart , die Gemeindesratsfraktion der GRÜNEN und von SÖSundLINKE fordern schon lange ein Mobilfunk-Vorsorge¬konzept für Stuttgart, mit dem eine möglichst gesundheitsverträgliche Mobilfunk – Versorgung geregelt wird.