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Über seine Nutzung der Endgeräte kann jeder individuell entscheiden. Doch der Dauer – Bestrahlung durch WLAN- Router, DECT-Telefone von Nachbarn oder gegen das Passiv-Telefonieren ist man fast schutzlos ausgeliefert. Die Durchstrahlung unserer Wohnungen durch die Mobilfunk-Sendeanlagen (Makrozellen) ist faktisch eine Zwangsbestrahlung. Zu den Auswirkungen dieser Mobilfunkmasten gibt es zahlreiche Studien, z.B.:

• Die Selbitz Studie (2010) hatte das Ergebnis: Je näher man an der Sendestation wohnt, desto mehr treten unspezifische Krankheitssymptome auf, wie z.B. Kopfschmerzen, Schlafstörungen.
• Die Rimbach-Studie. In Rimbach wurden vor der Aufstellung des Mastes und danach über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren klinische Parameter getestet. Das Ergebnis: Die Hormone des Stresssystems: Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin (Katecholaminsystem, Hormone, Neurotrans-mitter) veränderten sich.
• Die Nailaer-Ärzte-Studie. Sie hatte das Ergebnis: Die Krebsfälle im 400 – Meter Bereich um eine Sendeanlage verdoppelten sich von 1994 bis 2004, von 1999 bis 2004 verdreifachten sie sich, das Alter der Erkrankten verjüngte sich um 8,5 Jahre.
• Eine Studie in der japanischen Stadt Naha – City, Okinawa, untersuchte den Gesundheitszustand der Bewohner, nachdem ein Sendemast abgebaut wurde. Es wurde eine signifikante Verbesserung des Gesundheitszustandes der Anwohner festgestellt (umwelt-medizin-gesellschaft, Heft 4/2014).

Der Protest gegen den Antennenwildwuchs ist berechtigt. Um die Strahlenbelastung in den Kommunen zu minimieren, müssen Mobilfunk – Vorsorgekonzepte, mit denen die Kommunen das Vorsorgeprinzip verwirklichen können, verbindlicher Standard werden.

Wir wissen heute über das Schädigungspotential des Mobilfunks Bescheid. Diagnose-Funk e.V. dokumentiert auf der Homepage www.mobilfunkstudien.de und in Studienreports die Studienlage, ebenso die Kompetenzinitiative in ihren Broschürenreihen. Seit über 20 Jahren rezensiert die Fachzeitschrift Strahlentelex/ElektrosmogReport monatlich Studien im Hochfrequenzbereich. Die Nachweise sind inzwischen so vielfältig, dass auch bedeutende Institutionen die Regierungen auffordern, diesen Stand der Forschung nicht mehr zu ignorieren, sondern eine Aufklärungs- und Vorsorgepolitik zu betreiben. Natürlich gibt es Studien, die versichern, dass alles unschädlich sei. Prof. Manfred Spitzer schreibt über den Zustand der Wissenschaft:

„Denn was gesund ist und was nicht, hat sich trotz jahrzehntelanger erfolgreicher Lobbyarbeit der Tabakindustrie mittlerweile herumgesprochen. Deren finanzielle Stärke wird jedoch von der ökonomischen Macht der Informationstechnik noch weit übertroffen – man bedenke: die kapital-stärksten Firmen der Welt heißen Apple, Google, Microsoft, Facebook, Intel, Samsung, Sony, Nintendo oder Electronic Arts. Sie bestechen nicht wie in den 80er Jahren die Zigarettenhersteller einzelne Forscher, sondern fördern ganze Institute, so dass man von den dort arbeitenden Professoren und Mitarbeitern keine Kritik erwarten kann.“

Die Havard Professorin Noami Oreskes analysiert in ihrem Buch „Die Machiavellis der Wissenschaft. Das Netzwerk des Leugnens“, mit welcher Planmäßigkeit die Industrie mit Hilfe gekaufter Werbeagenturen, Stiftungen, Experten und Politiker Erkenntnisse verfälscht und vor allem anzweifelt, um Profitinteressen durchzusetzen. Wissenschaftliche Ergebnisse anzuzweifeln sei heute die Hauptmethode der Industrie: „Die Händler des Zweifels bekämpfen Tatsachen, die bewiesen, dass diese Erzeugnisse oder Stoffe schädlich sind.“ In einem Interview in der Süddeutschen Zeitung wird sie gefragt: „Was sind die nächsten Ziele für Zweifler?“ Ihre Antwort: „Die Mobilfunkindustrie gibt sich große Mühe, gegen wissenschaftliche Arbeiten vorzugehen und Zweifel zu wecken.“