umg_kopf

Fachartikel von Peter Hensinger in umwelt-medizin-gesellschaft 3/2015. Wie wirkt sich die Smartphone-Nutzung auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen aus, welche Interessen verfolgt die Industrie mit der Einführung der digitalen Endgeräte an Schulen? Der Artikel enthält einen Überblick über die Erkenntnisse der industrieunabhängigen pädagogischen und psychologischen Literatur.
In der Zusammenfassung heißt es: „Die pädagogische und psychologische Literatur setzt sich zunehmend mit den Folgen der Sozialisierung der jungen Generation durch Smartphone, Tablet-PC und Internet auseinander. Noch nie hat eine neue Technik so fundamental psychosoziale und demokratische Strukturen verändert.
Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts. Die Industrie fordert das Recht auf die 360 Grad-Kundenanalyse, bereits bei Kindern. Der gläserne Konsument, erschaffen durch Big Data, ist eine Bedingung für das Anheizen des konsumorientierten Wachstums. Das Data-Mining boomt, die mobilen Schürfwerkzeuge sind Smartphones und Tablets. Der Hype der digitalen Medien verdeckt ihre Risiken. Die smarte Überwachung und die Aufhebung der Privatsphäre werden sich im Unter-Bewusstsein festsetzen und zum Konformismus führen. Die kritische Literatur weist auf die Folgen der zu frühen Nutzung digitaler Medien für die gesunde Entwicklung der Kinder hin. Bereits messbare Folgen sind Störungen der Gehirnentwicklung, Suchtgefahr, Realitätsverlust, Verlust der Selbstkontrolle und Burn-Out. Die Bildungsinstitutionen müssen sich frei vom Druck der Industrie machen, diese Risiken beachten und Konzepte einer Erziehung entwickeln, die statt in die von der Industrie geplante Medienabhängigkeit den Weg zur Medienmündigkeit ebnen.
Fünf Thesen für die Nutzung digitaler Medien an Schulen werden entwickelt, die die derzeitige Praxis in Frage stellen und Alternativen für eine Erziehung zur Medienmündigkeit vorschlagen.“

Download des Artikels:

Hensinger_BigData_Erziehung_umg_3_15

Prof. Manfred Spitzer, Vortrag über die Auswirkungen digitaler Medien auf das Gehirn im Wirtschaftsforum 2015 der Sparkasse Ingoldstadt: