Der Begriff „Digitale Bildung“ ist eine Metapher, um eine politische Realität zu schaffen. Mit diesem Begriff soll der Rahmen der bildungspolitischen Diskussion be- und gesetzt werden. Aber: es gibt keine „Digitale Bildung“. Der politische Gebildete, der literarisch Gebildete, der musikalisch Gebildete, der künstlerisch Gebildete – hat er seine Bildung „digital“ erworben?  Weder Lernprozesse noch Bildung lassen sich digitalisieren, allenfalls Lern­inhalte. Bildung hat eine soziale und geistige Komponente. Sie findet ihren Nieder­schlag in der Entwick­lung des Gehirns, des Denkens und Sozialverhaltens, und dort gibt es nichts Digitales.

„Digitale Bildung“ in der Endausbaustufe bedeutet: wie bei Industrie 4.0 Maschinen die Steuerung des Produktionsprozesses übernehmen, sollen mit Computern und  ELearning  Algorithmen Lernprozesse steuern und LehrerInnen überflüssig machen. „Digitale Bildung“ ist kein pädagogisches Konzept, sondern eine weltweite Geschäftsidee der IT-Branche.

Das, was in den digitalen Bildungsvorstellungen als individualisierter Unterricht angepriesen wird, ist Frontal­unter­richt, vom Menschen befreit: das soziale Gegenüber ist ein von Algorithmen gesteuerter sprechender Bildschirm. Der sozialisie­rende, gemein­­schafts­bildende Klassenverband entfällt, die pädagogische Atmosphäre – erzeugt durch den Lehrer, weicht Vereinzelung, technischer Kälte, Berechenbarkeit und Konditionierung. Man lehrt nicht mehr Haltung, sondern verwertbares Verhalten und Wissen, das ist der Kern der Kompetenz­orientierung. Diese Abwendung vom Humboldtschen Bildungsideal, die Dehumanisierung des Bildungswesens muss sich zwangsläufig schädlich auf den Unterricht und die Schüler­Innen auswirken.

„Digitale Bildung“ bedeutet aber noch mehr: BigData ist der Kern der Lernsteuerung, und damit der Totalüberwachung der Schüler durch zentrale Schulclouds. Und: die WLANisierung der Schulen und das Lernen über mobile Tablets und Smartphones  setzt Schüler und Lehrer dauerhaft krankmachender Mikrowellenstrahlung aus.

Diese Bildungsplanung, führend organisiert von Bertelsmann, wird von Pädagogen, die sich im Bündnis für humane Bildung zusammengeschlossen haben, heftig kritisiert. Wir stellen Ihnen hier zusammenfassende Kritiken von Peter Hensinger, Mitglied unserer Bürgerinitiative, zum Download zur Verfügung. Weitere Artikel finden Sie auf der Homepage vom Bündnis für humane Bildung.

Pädagogik / Psychologie / Medizin

iDisorder: Auswirkungen der Digitalisierung des Erziehungswesens auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen umwelt · medizin · gesellschaft | 30 | 4/2017

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Vortrag bei der GEW – Böblingen: Trojanisches Pferd „Digitale Bildung“. Auf dem Weg zur Konditionierungs­anstalt in einer Schule ohne Lehrer ? Ein Vortrag zu den Bestrebungen von Google, Apple, Microsoft, Bertelsmann und der Telekom, die Bildung in die Hand zu bekommen. Und warum fast keiner diese Unterwanderung bemerkt.

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Die Ideologie der Digitalisierung. Auf dem Weg ins Digi-Tal: der Hype der digitalen Selbstentmündigung und einige Auswirkungen auf die Psyche, umwelt-medizin-gesellschaft 2/2018

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Strahlenschutz / WLAN

WLAN – überall. Datenhunger, Profitsucht, Konsumrausch und Bequemlichkeit verdrängen Gesundheit , Naturheilkunde 1/2018, 27.12.2017

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Peter Hensinger, Isabel Wilke: Mobilfunk: Neue Studienergebnisse bestätigen Risiken der nicht-ionisierenden Strahlung, umwelt · medizin · gesellschaft | 29 | 3/2016

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