170 Besucher im Forum 3: 5G in Stuttgart? – 5G in Stuttgart! Dringender Appell verabschiedet

Zu den Folgen der geplanten Smart Cities in der Region und ihrer Hauptschlagader 5G hielten der Medienkritiker Andreas Neider, der Arzt Dr. Jörg Schmid (IPPNW) und Peter Hensinger (diagnose:funk) Kurzvorträge. Auf der Veranstaltung wurde mit 160 Stimmen ein Appell an die Gemeinderäte und Bürgermeister verabschiedet. 

Veranstaltung der Bürgerinitiative Mobilfunk Stuttgart-West und des Forum 3, 17. 2. 2020

                                                 DRINGENDER APPELL

Stopp den Ausbau des Mobilfunks durch WLAN und 5G in der Region für das autonome Fahren und das Internet der Dinge

An die Bürgermeister und Gemeinderäte der Region Stuttgart

Die Unterzeichnenden kritisieren scharf, dass die Stadt Stuttgart in Absprache mit der Autoindustrie beginnt, die Infrastruktur für das autonome Fahren zu installieren. In den Stadtteilen Weilimdorf, Bad Cannstatt, Hofen, Zuffenhausen, Wangen, Hedelfingen und Obertürkheim sollen dafür die Ampelanlagen mit WLAN-Sendern ausgerüstet werden, die 500 Meter weit strahlen, um die Car-to-Car Kommunikation zu steuern. Das soll Millionen
Euro kosten. Die Stadt Stuttgart leitet damit eine Entwicklung für die ganze Region ein.

Wir stellen fest:

  • Es wurde keine Debatte mit uns Bürgern und im Stuttgarter Gemeinderat darüber geführt. Das autonome Auto ist kein Weg in eine intelligente, umweltfreundliche Mobilität. Das erklärte Ziel des autonomen, vernetzten Fahrens: „Die digitale Optimierung des Verkehrs soll nicht der Reduktion des Verkehrsaufkommens dienen, sondern die Voraussetzung für sein weiteres Anwachsen schaffen“ (LANGE, S / SANTORIUS,T 2018). Die Autoindustrie plant damit langfristig das Ende des ÖPNV.
  • Die WLAN-Strahlung ist gesundheitsschädlich, das ist durch Studien ausführlich nachgewiesen. Sind Daten über diese zusätzliche Elektrosmogbelastung vorhanden, wurde überprüft, wie sich die Strahlung der WLAN-Sender dieser Ampeln auf die Umgebung und die Wohnungen auswirken wird?
  • Wir fordern die Offenlegung aller Pläne für neue WLAN-, LTE- und 5G-Mobilfunksendeanlagen.
  • Wir fordern, dass in allen Kommunen Einwohnerversammlungen durchgeführt werden, in denen die Digitalisierungspläne offengelegt, die Standorte von neuen Sendeanlagen bekanntgegeben und ein ökologischer Fußabdruck der Digitalisierung und Daten zur Strahlenbelastung vorgelegt wird.
  • Wir weisen darauf hin, dass jetzt selbst der wissenschaftliche Dienst der EU in zwei Grundsatzpapieren für die Abgeordneten vor potentiellen Gesundheitsrisiken von 5G warnt. Kritisiert wird, dass 5G ohne Technikfolgenabschätzung eingeführt wird. Das zeigt, wie berechtigt die Proteste sind und deshalb eine Politik der Strahlenminimierung nach dem Vorsorgeprinzip in den Gemeinderäten beschlossen werden sollte.

Wir bitten die Gemeinderäte, sich mit den Risiken der Digitalisierung und der Smart City, insbesondere durch 5G, auseinanderzusetzen und den Ausbau der 5G-Infrastruktur zu stoppen, so wie es andere große europäische Städte bereits gemacht haben, z.B. Brüssel, Florenz und Genf, über 100 Kommunen in Italien, darunter 9 in Südtirol, in Deutschland bereits sechs Gemeinden in Bayern.

Wir fordern ein Umdenken zu einer Mobilität und einer Lebensweise, die sich an den Bedürfnissen der Menschen, der Schonung unserer Erde und ihrer Geschöpfe orientiert und nicht am Profit.

Sofortiger Stopp der WLAN-Roadside Units in Weilimdorf!

Impulsvortrag von Peter Hensinger als PDF >>>Hensinger_Forum_3_200217